Sein



Dein Sein im Zentrum

Das Paradox zeigt uns, dass es mit Subjekt und Objekt schwierig wird, wenn wir auf das Gehirn treffen; es zeigt uns, dass wir gewisser Maßen Gehirnbenutzer sind, die Zugriff, auf die Ausgaben unseres Gehirns haben: Wir sehen den Baum, der eine Ausgabe unseres Gehirns ist. Das Paradox zeigt uns also, dass wir ganz sicher nicht unsere Gehirne sind. Auch nicht ein Teil vom Gehirn, auch kein Prozess im Gehirn. Wir sind nicht unser Gehirn wie wir auch nicht unser rechter Arm, unsere Leber oder unser Auge sind. Alle unsere Vorstellungen und Modelle der Welt scheinen am Ende, wenn wir nach dem Gehirn fragen und unserem Verhältnis zur Welt.

Was tun wir nun?

Dinge an sich sind uns nicht zugänglich, meinte der liebe Kant bereits vor mehr als 230 Jahren. Wie treffend, wie treffend! Denn wir wissen bei allen unseren Wahrnehmungen einfach nicht, ob oder was die Neuronen gewisser Maßen ergänzen: Ohne neuronale Arbeit scheinen wir keinen Zugriff auf die Welt zu haben. Unser Weltbild ist ein neuronales, ein neuronal vermitteltes. Ein nicht-neuronales Weltbild ist uns nicht zugänglich.

Dinge an sich sind uns nicht zugänglich.

Und sofort könnten einem nun diverse Schwierigkeiten der Physik in den Kopf springen. Schwierigkeiten zu sagen, was Materie eigentlich ist, was Licht eigentlich ist. Ein Heer von seltsamen Konstanten beherrscht die Welt der Physik, die aus etwas unscharfen Wellen und Teilchen zu bestehen scheint, sich verliert in Modellen, in Quarks und Strings, im quanteligen Nichts…

Dinge an sich sind uns nicht zugänglich.

Bereits vor fast 400 Jahren träumte ein gewisser Herr Descartes die Welt und war sich ihrer weit weniger gewiss, als seiner selbst, in dem der dachte:

Ich denke, also bin ich.

Wie wahr, wie wahr. Viele Schätze lassen sich neu entdecken, wenn man das hämische Gelächter der Naturwissenschaften in ihrer beschränkt rein beobachtenden Perspektive einmal überwunden hat.

Aber wie kommen wir nun weiter?

Was ist „ich“? Wer bist DU?

Es gibt sicher viele große Denker, bei denen wir nun nach sehen könnten, auf der Suche nach dem „Ich“. Positionen und Gegenpositionen. Das ist sicher wertvoll und nützlich. Aber doch, so scheint mir, wurden all diese großen Gedanken überrollt. Überrollt vom Gehirn. Überrollt von den Naturwissenschaften, die heute hier in unseren Breitengraden scheinbar einfach alles zu wissen meinen. Dabei haben wir sie erwischt, beim reinen Beobachten, das sich selbst nicht erklären kann.

Warum wurden sie überrollt, die ganzen großen Philosophen? Vielleicht weil sie doch dem Gehirn etwas skeptisch gegenüber standen. Geisteswissenschaftler wissen vom Sein. Doch der Bezug zur Materie wird dann fraglich. Wird dann seltsam. Kann seltsam werden. So pendelt man, hin und her und her und hin zwischen „Idealismus“ und „Materialismus“, wie das auch ein heute sehr gefragter Richard David formuliert hat, der in seine Philosophie das Gehirn eingebaut hat und meint, der „Materialismus“ hätte heute fraglos gewonnen.

Ist noch die Frage, wer am Ende gewinnt, meine ich, und schlage vor, wir versuchen es einmal selbst. An unserem Sein. An Deinem und meinen. OK?

Rücken wir also dieses Sein einfach einmal ins Zentrum und schauen nach, wie es sich für uns so darstellt, so denke ich, man könnte alles, was uns so betrifft, zunächst einmal so malen:

7 Kugeln würde ich also einmal vorschlagen, 7 Kugeln zum Sein:

(Mein) Sein scheint ganz klar den Aspekt der Körperlichkeit zu haben, es spielt sich in einer Umwelt, einem Universum, in einem Miteinander-Sein ab. Und auch Vergangenes wie Künftiges spielen für mein Sein eine Rolle.

Könntest Du mir zustimmen?

Soweit zum „Außen“. Doch was ist „Innen“?

Zoomen wir hinein, in unser Sein, so können wir etwa folgendes finden, denke ich:

Wahrnehmungen im Sein?

Ja, denn „draußen“, da draußen in der Welt, da sind sie nicht. Von der Welt gelangen die „Signale“ ins Gehirn und dann zu uns, hatten wir im letzten Teil festgestellt. Aber vielleicht schieben wir die Wahrnehmungen ein wenig an den Rand und strukturieren noch etwas:

Da hätten wir also die Wahrnehmungen mal etwas an den Rand, quasi nach „außen“ hin sortiert und ziemlich im Zentrum würden sich die Empfindungen tummeln, was zumindest mir mal plausibel erscheint. Was meinst Du?

OK, ok, aber das Denken hängt da so luftleer herum und da ist ja auch noch die Vergangenheit und die Zukunft, die uns ja doch des öfteren denkend beschäftigen, nicht wahr?

Also malen wir vielleicht noch ein wenig weiter:

So würde also unser Denken unsere Wahrnehmungen und Empfindungen umkreisen und verbinden, würde auch hoffen und planen, sich erinnern an vergangenes Wahrnehmen und Empfinden, natürlich auch wünschen und (be-)fürchten vielleicht, und damit könnte man auch sagen, dass mit diesem Denken die Zeit geboren wird, nicht wahr? Ohne Erinnerungen keine Zeit, nur ein Jetzt.

Und so wie das Denken, bzw dieses Denken aus der Grafik unseres Seins, die Zeit gebiert, könnte man sagen, das unsere Wahrnehmungen den Raum aufspannen, und damit auch ein wenig dem lieben, „leicht“ chauvinistischen Schopenhauer huldigen. Aber natürlich ist ein Mensch, der vor nun auch schon wieder rund 200 Jahren vor sich hin gedacht hat, kein Kriterium für Wahrheit. Also fühlen und horchen wir weiter in uns hinein, vertrauen uns, unseren Wahrnehmungen und Empfindungen, unseren Gedanken so hier und da, und ich würde sagen, so in etwa, so rein abstrakt und doch hoffentlich anschaulich, könnte man sich das Getümmel unseres Seins doch vorstellen, oder?

Vielleicht könnte man noch etwas ganz besonders in die Mitte rücken:

Das Glück vielleicht, von dem man in Wien sagt, es sei ein Vogerl, also vielleicht vorsichtshalber besser:

Die Zufriedenheit, die häufig so gar weit entfernt und unerreichbar scheint; erreichbar nur dann, wenn alles Unerwünschte ausgelöscht ist:

Vielleicht nur. Denn wenn wir an dieser Stelle eine kleinen Blick zurück werfen wollen würden, so wäre da eben mindestens das liebe Dopamin, über das man an dieser Stelle ein wenig plaudern sollte und das uns wohl niemals zur Ruhe kommen lassen wird, solange wir auf der Jagd sind, auf der Jagd nach dem ultimativen Kick, der Super-Entspannung, dem Mehr und Mehr und Mehr.

OK, darüber ließe sich also plaudern, aber erst einmal haben wir soweit drei der sieben Kugeln ein wenig untersucht und integriert.

Bleiben noch vier:

Da wäre die Körperlichkeit – in der sich unser Sein ja doch irgendwie abzuspielen scheint; und da ist die Welt und das Universum, da sind die Anderen, die sich vielleicht auch durch den Begriff „Umwelt“ etwa umfassen lassen. Und damit könnten wir aus den verbleibenden vier Kugeln auf folgende Weise gleichsam Eine machen:

bzw. etwas abstrahiert und Umwelt-zusammenfassend:

Zumindest scheint es uns so, nicht wahr? Unser Sein im Zentrum und über unsere Körperlichkeit erfahren wir unsere Umwelt, die uns oftmals zu hindern scheint, am Glück, an der Zufriedenheit …

Doch, so abstrakt malend gesehen, könnte man sich das genauso gut umgedreht denken:


Die Welt passiert im Kopf …
Sein umfasst alles.
Und dann, wenn man sich dies einmal so vor Augen geführt hat, dann wird plötzlich, ganz selbstverständlich, auch etwas noch größeres denkbar. Nicht wahr?

Darüber könnten wir ausgiebig plaudern, denke ich. Über Kugel- und Spiegeleier-Bilder. Was sie bringen und wo sie uns vielleicht helfen können. Und etwas noch Größeres. Und bestimmt, so ganz nebenbei, auch wieder den ein oder anderen Schatz ganz neu ausgraben … bzw. alte Schubladen neu öffnen …

  • Ich denke … 🤔 also bin ich 💡 ?
  • Alles eine Frage der Dialektik?
  • Frau Holle … und das Dopam⁣in … ? 🙄
  • Epikur, Epikur, …
  • Just a test

Ich freu mich auf euch!